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#2 Sommerreise durch das Allgäu ins Südtirol


Tag 1: Ready for Take off

Es ist Samstag, kurz nach acht am Morgen. Mir ist irgendwie elend, ich kriege das an und für sich feine Stück Zopf fast nicht herunter. Zum Glück gibts Kaffee, das die minutenlang zu Tode gekaute Masse verdünnt und beim runterschlucken hilft. Nein, der Zopf ist nicht trocken. Und ja, er ist frisch, frisch aus Eglis Hofladen. Aber eben, mir ist nicht nach frühstücken, viel eher kreisen meine Gedanken um die kommenden drei Wochen. Ob wohl das Gas reicht? Habe ich an alles gedacht? An die Stromkabel? Und an die Ladekabel? Und Geld! Ich habe ja noch gar keine EU-Dollars! «Trink us, mir wänd go.» Schnell rette ich den letzten Schluck aus der Kaffeetasse, bevor sie im Geschirrspüler verschwindet, und dann geht alles plötzlich sehr schnell. Wir verabschieden uns vom Rest der Familie, und von den Katzen, welche schnell ihre Streicheleinheiten einkassieren, um danach wieder an ihre Lieblingsplätze zu verschwinden. Ihr ahnt es schon, unsere erste grosse Reise mit Zwirbel steht bevor. Drei gemeinsame Wochen haben wir uns freigeschaufelt, Susanne und ich, drei erwartungsvolle Wochen, welche unsere Dreisamkeit (nein, Susanne ist nicht schwanger, ich meine natürlich Zwirbel) auf die Probe stellen wird. Stolz entere ich Zwirbels Cockpit, und nachdem die mentale Checkliste abgearbeitet ist, starte ich das Triebwerk. Der Schlüsseldreh wird von einem sonoren Schnurren quittiert , und Susanne erteilt mir fast Flugsicherungsmässig die Startfreigabe, während ich verträumt die Schubhebel zu meiner Rechten suche. Ach, Zwirbelpilot, dein Gefährt hat doch nur einen, und der sitzt unter dem rechten Fuss, ist doch logisch, oder nicht?


Der Hopfensee

Unsere Reise führt uns in Richtung Ostallgäu. Der Verkehr ist moderat, und bald passieren wir bei Lustenau die Grenze nach Deutschland. Auch hier hält sich die Wartezeit in Grenzen. Meine Zwirbelcopilotin teilt mir gerade mit, dass unser erster Zwischenstopp am Hopfensee liegen wird. Nein, geplant haben wir das nicht, aber auf Susannes goldene Nase bezüglich Unterkunftssuche konnte ich mich eigentlich schon immer verlassen. Und so verwundert es nicht, dass wir kurz vor 13 Uhr am Anmeldetresen des Campingplatzes Hopfensee eintreffen und tatsächlich noch ein letztes Schlafplätzchen für unseren Zwirbel und uns offeriert bekommen. Der Platz gefällt, auch wenn wir das kostenpflichtige Wellness Angebot nicht nutzen, und so stärken wir uns erstmal in der Campingbeiz mit etwas Einheimischem. Ja, der Koch darf definitiv bleiben…

 


Der Hopfensee. Ach, was wäre das für ein Paradies, wenn es tatsächlich Hopfen in diesem See hätte! Ich stelle mir gerade vor, ich würde die Giesskanne in den See tauchen und die edle, goldfarbene Köstlichkeit in Zwirbels Frischwassertank füllen. Welch Hochgenuss für Susanne und mich! Susanne könnte duschen und mit dem bierigen Gold die Haare waschen, denn Biershampoo fliesst ja direkt aus der Brause! Welch erquickende Wohltat für Susannes Haare, während ich den Bierkrug direkt unter dem Wasserhahn in der Küche füllen und mir ein Wasserhahnbierchen genehmigen könnte! Schatz, wo ist die Giesskanne? Ihr glaubt mir nicht, gell…

 

Trotz meiner blühenden Fantasie fliesst heute abend noch das eine oder andere Bierchen, allerdings nicht aus Zwirbels Wasserhahn, sondern aus dem Zapfhahn des ansässigen Fischervereins. Es ist Samstagabend, und direkt unten am Hopfensee findet das alljährliche Fischereifest statt. Susanne und ich ergattern einen Platz in der zünftig gefüllten Festhütte, und wir geniessen einen gemütlichen Abend mit herrlichen Fischgerichten und… nein, nicht Bier, sondern Weissweinschorle, direkt aus dem Halbliterkübel. Also, im Vertrauen gesagt, es ist mehr Schorle als Wein drin, und so peile ich in der Tat zur fortgeschrittenen Zeit den Bierzapfhahn an, um mir ein schönes, kühles, Schaum gekröntes Spätabendkübelchen ausschenken zu lassen. Wir geraten mit einer Engländerfamilie ins Gespräch, und es tut gut, unser eingerostetes Englisch wieder einmal anwenden zu können. Und, glaubt mir, mit jedem Bierchen klappte die Kommunikation besser. Ich weiss nicht mehr genau, wie spät es war, als wir Zwirbels Schlafgemach ansteuerten, aber es war ein lustiger Abend, auch wenn aus Zwirbels Wasserhahn tatsächlich nur Wasser zum Zähneputzen geflossen kam. 


Tag 2: Rund um den See

Frühstücken ist angesagt. Und dann zusammenpacken. Und weiterziehen. Gerne hätten wir noch etwas mehr von dieser Gegend gesehen, aber scheinbar hatte es nur Platz für eine Nacht. Ausser vielleicht… Susanne fragt an der Reception nach, nein, heisst es da, man wäre voll. Ob der Herr wohl auch am Fischerfest war, gestern, von wegen voll? Ich verstehe es nicht, denn rings um uns herum herrscht Aufbruchstimmung, Platz um Platz leeren sich um die Wette. Ich versuchs nochmal, schreite entschlossen und mit frisch abgewaschenem Geschirr (ist eh mein Part) an die Reception. Die Dame an Schalter 2 schaut nett aus und ist in meinem ebenfalls charmanten Alter, die Voraussichten auf Erfolg sind also perfekt! Mein treuer Blick synchronisiert sich mit ihrem doch etwas in die Jahre gekommenen Augenaufschlag, und siehe da, wir kriegen einen neuen

Stellplatz, wenn auch nur für eine Nacht! Freudig überbringe ich Susanne die gute Nachricht, und bereits eine Stunde später steht Zwirbel an seinem neuen Platz, nicht mehr direkt am See, aber schön gelegen im oberen Bereich des Campingplatzes.

Eigentlich wollten wir eine Velotour rund um den See machen, aber das ostallgäuische Wetter zeigt sich nicht von seiner besten Seite. Leichter Regen ist angesagt, und so entschliessen wir uns, den rund 8 Km langen Seerundgang zu Fuss zu machen. Wandern bei Regen ist deutlich entspannender als Velofahren bei Regen, finde ich. Beim Abmarschieren treffen wir nochmal auf die Engländer Ben und Jess von gestern Abend, welche gerade am abreisen sind. Feldschlösschen Bier habe ich leider keines mehr, aber ein uriges Quellfrösch aus dem Appenzell, welches ich Ben gerne mit auf den Weg gebe. Mit dem väterlichen Ratschlag, es doch bitte nicht während der Fahrt, sondern erst nach der Fahrt zu kredenzen. Der Rundweg um den Hopfensee, übrigens ein nur ca 10 Meter tiefer Voralpensee, welcher einst durch den Lechtalgletscher gebildet wurde, entpuppt sich als Geheimtipp. Kneippbäder, eine begehbare Kräuterspirale mit Heilkräuterlehrpfad, unterschiedlichste Flora von Seerosenteppichen über Heidelbeeren bis hin zu blühenden Uferpflanzen, dies alles findet man auf dem idyllischen Wanderpfad. Ausser Hopfen, aber das wisst ihr ja bereits…

Trotz zünftigen Regenwolken über uns bleiben wir trocken, zu regnen beginnt es erst abends. Grillieren fällt buchstäblich ins Wasser, und so kreiiert Susanne aus einer Bratwurst, etwas übriggebliebenem Bratspeck, einer Zwiebel und Teigwaren ein «Gschiiblets Chrüsimüsi», fein abgeschmeckt mit Gewürzen und etwas geriebenem Käse, herrlich, kann ich euch sagen! Was das sein soll? Eben, ein in Scheiben geschnittenes Durcheinander, angebraten und dann die vorgekochten Teigwaren daruntergezogen. Wirklich fein! Es regnet zünftig, und der Abend findet drinnen statt. Müde gehts früh zu Bett, wobei nicht ganz geklärt ist, ob die Müdigkeit vom Hopfen am Vorabend oder doch eher vom Hopfensee Rundgang herrührt. Gute Nacht!


Tag 3: "Verrückt nach Camping!"

Liebt jemand von euch TV-Serien? Also, ich eigentlich nicht, bis zu jenem Zeitpunkt, als wir uns für Zwirbel entschieden hatten. Die Vorfreude auf unseren Camper war riesig, und angesichts der 8 Monate Lieferfrist begannen Susanne und ich das Internet nach Camping spezifischem Inhalt zu durchforsten. Im tiefen Schlund des bodenlosen Angebotes stiessen wir auf die TV-Serie «Verrückt nach Camping», und wie es so ist im Leben und einem der Gwunder zu einem bestimmten Thema sticht, blieben wir an dieser Serie hängen. Ach, wie manchen Tatort musste ich freiwillig verpassen, weil die 30 Episoden plötzlich zu unserem Sonntagabendprogramm gehörten. Und jedesmal nach einer Serie schwelgte ich in Gedanken, den einen oder andern Schauplatz mit Zwirbel einmal besuchen zu können. Das Schwelgen wich der Realität, und so kam es, dass dieser Wunsch heute tatsächlich in Erfüllung gehen sollte. Wie, das erfahrt ihr beim weiterlesen.

Camping Hopfensee, Tag drei, morgens um halb neun. Frühstücksgespräch: «Wetsch ned emol bim Tennsee aalüte, obs noes freis Plätzli händ?» - «Nur, wenn mer no e Kafi usebringsch, mit echli Crém drin, und ime suubere Tassli, bitteschön.» Der zünftige Hieb in meine Achsel, und eine Minute später der an den Tisch servierte Kaffee veranlasst mich tatsächlich, zum Handy zugreifen und den Alpen-Caravanpark Tennsee anzurufen. Und, man glaubt es kaum, es klappt! Ich kann in der Tat drei Übernachtungen heraushandeln! Gespannt wie ein Flitzebogen räumen wir nach dem Frühstück zusammen. Ich erledige Abwasch, Kloentleerung und Bezahlung, während Susanne alles wieder Zwirbel-sicher verstaut. Ihr wisst ja, Jungspund Zwirbels ungestümer Vorwärtsdrang (siehe Blog#1 Am Hochrhein).

Unsere Weiterreise führt uns Richtung Südosten bei Füssen vorbei. Etwas wehmütig erhaschen wir noch einen letzten, trüben Blick auf die beiden Schlösser Neuschwanstein und Hohen Schwangau, welche Susanne eigentlich gerne aus der Nähe gesehen hätte. Aber das Wetter war zu regnerisch, um da hinzuradeln. Ausserdem bot uns der Hopfensee genügend Schönes und Interessantes für die beiden Tage. Ein erfahrener Camper sagte einmal zu mir: «Wenn du irgendwo bist, wo es dir gefällt, renne nicht jeder Sehenswürdigkeit nach, nimm den Tag so, wie er ist, und geniesse das, was er dir gerade bietet.» Schön gesagt, gell!

Gesagt, getan, auf zum Tennsee! Südlich von Füssen überqueren wir die Grenze Deutschland – Österreich und geniessen die Fahrt vorbei an Burgen, Schlössern und… einer Hängebrücke, dessen Anblick einem wieder an das Frühstück erinnern lässt. Das Eigelb des Dreiminuteneies kitzelt bereits tief hinten im Gaumen, während der hochgekommene Schluck Kaffee die unterdessen anverdaute, säuerlich anmutende Eigelbmasse wieder dahin spült, wo sie hingehört. Ich erspare euch weitere Einzelheiten, füge aber gerne ein paar Bilder des Geschehens hinzu. Schon gegessen? Noch nicht? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Bilder des Grauens…

Seid ihr noch da? Krass, gell! Die Fussgängerbrücke nennt sich übrigens ganz brav highline179 und gehört mit 406 Metern zu den längsten der Welt, bei einer grauenvollen Höhe von 114 Meter. Ach wie beruhigend, sitzen wir gerade im Zwirbel, sind festgezurrt und haften mit einer Masse von dreieinhalb Tonnen sicher auf der Fernpassstrasse B179. Immer noch Lust auf mehr? Dann einfach auf highline179 klicken.

Nach rund 80 km abwechslungsreicher, waldgesäumter Fahrt erreichen wir kurz nach der Mittagszeit den Alpen-Caravanpark Tennsee. Eigentlich ist der Tennsee ein Biotop und liegt inmitten der nördlichen Kalkalpen, zwischen Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen. Das Gebirge rund um uns herum würde faszinieren, wenn es denn sichtbar wäre, aber so nisten wir Zwirbels Nest halt ohne Kulisse, dafür bei angenehmer, eher kühlen Temperatur ein. Ein Hüngerchen macht sich breit, welches wir via Kühlschrank und Brotsack wirkungsvoll besänftigen, worauf ich wenig später in eine leichte Fressnarkose gerate und es mich nach einem Nickerchen gelüstet. Susanne will ins nahe gelegene Dorf, nach Krün, und so teilen sich unsere Wege für einen Moment, Susanne schwingt sich aufs Velo, und ich mich in Zwirbels saubequemes Heckbett. Und wenn ich mich richtig erinnere, schlief ich bei Schäfchen Nummer fünf friedlich ein.

«Klingeling, Kling, Kling!» Susannes unüberhörbare Veloklingel! Jetzt habe ich doch tatsächlich über eine Stunde geschlafen! Ich schnelle hoch, stelle mich glockenwach, aber Susannes geübter Blick hat mich bereits entlarvt als Tagschläfer, oder war es Tagträumer? Egal, beides hört sich urgemütlich und erholsam an, also identifiziere ich mich schmunzelnd mit beidem. Wir räumen gemeinsam Susannes Beute (= Einkauf) in den Kühlschrank, als uns plötzlich eine Lautsprecherstimme aus der bayrischen Idylle reisst: «Achtung, eine wichtige Durchsage...» Zwirbel ist sicher wieder viel zu schnell gefahren, und jetzt fahndet man nach seinem Herrchen, schiesst es mir durch den Kopf, als es weitergeht: «Unser feines Nachmittags Kuchenbuffet ist eröffnet, kommen Sie doch vorbei und geniessen Sie ein hausgemachtes Stück Linzertorte, Himbeertorte oder Streuselkuchen zum Kaffee!» Nun dämmerts! Wie haben wir gelacht, damals, in der TV-Serie, als der Chef persönlich in jeder Sendung zum Nachmittagskuchen einlud. Wir finden, das kann man nicht abschlagen, vor allem nicht live, und so machen wir uns auf den Weg zum Campingrestaurant «beim Mini». Wie die Torten «beim Mini» so waren, fragt ihr? Ohne Worte, seht selber:

Nach der «Tortenschlacht» wuchten wir die neuerworbenen Kilokalorien hoch zu Zwirbels Parzelle, welche ziemlich erhöht auf dem obersten Plateau des Platzes liegt. Susanne macht noch einen Rundgang um das Biotop, während ich es mir im Campingstuhl bequem mache und die Füsse hochlagere. Nicht dass mir noch die Tortenkalorien in die ohnehin schon geschwollenen Füsse hinunterrutschen. Viel zu erzählen gibt es nicht mehr, der Abend verläuft gemütlich und dösend. Die 80 Km Fahrt im voralpinen Gelände mit Zwirbel machte zwar Spass, erforderte aber einiges mehr an Aufmerksamkeit als auf gerader Strecke. Dreieinhalb Tonnen Gewicht und zwei Meter Breite, sowie ein ziemlich verlängerter Bremsweg lassen grüssen (Immerhin, es hat noch gereicht...). Ergo, gute Nacht, schlaft gut.


Tag 4: Garmisch und die Skisprungschanze

Ich schlafe. Aber eigentlich nur fast, denn sonst könnte ich mich ja nicht daran erinnern. Eine angenehme Helle umschmeichelt mich, und ich realisiere, dass es sich um sonniges Tageslicht handelt. Ob es wohl schon morgen ist? Wäre das nicht etwas früh? Dann höre ich unsere Schiebetüre. Leise und sanft gleitet sie nach hinten. Kein Getöse, keine Anschlagsgeräusche, einfach nur ein sanftes Gleiten, untermalt von einem leisen Surren. Ja, ich denke, es war die richtige Entscheidung, uns für eine elektrische Schiebetüre zu entscheiden. Doch mehr darüber später unter der Rubrik Zwirbel.

 

Es ist Susanne, welche gerade hereinkommt. Sekunden später raschelt eine Papiertüte, und mit einer kurzen Verzögerung verbreitet sich plötzlich ein betörender Duft von Frischgebackenem in Zwirbel. Ich schäle mich aus meinem verwursteltem Bettzeug (Decke quer, oben ist unten, Kissen irgendwo, Kuschelbär im Genick) und frohlocke, dass ich es diesmal geschafft habe, aufzustehen, bevor mich Susanne wachkitzeln konnte. Die Morgensonne wärmt trotz leichter Bewölkung angenehm, und wir geniessen ein feines Frühstück draussen. Und, ja, unsere Aussicht ist... aber bitte, Bild ab:

Wir sind uns einig, heute geht's aufs Rad! Das Wetter passt, und die Gegend hier verspricht Spannendes. Wir entscheiden uns für einen Ausflug ins 10 Km entfernte Mittenwald, schön gelegen im oberen Isartal, in der Nähe der Landesgrenze zu Österreich. Es geht los, natürlich erst nach sorgfältigem Studium der Radroute. Und ich bin mir absolut sicher, dass die Richtung stimmt, doch zur Beruhigung von Susanne halten wir auf einem holperigen Feldweg an und checken nochmal Standort und Ziel. Das Resultat ist vernichtend. Ich lag falsch, wir befinden uns direttissimo auf dem Weg nach Garmisch-Partenkirchen, und nicht nach Mittenwald. Sorry, Schatz, eins-zu-null für dich, ja, die Abzweigung vor einer halben Stunde, ich weiss...

Mein versehentliches Abbiegen entpuppt sich als Glückstreffer, zumindest anfangs, denn nach etlichen Kilometern erreichen wir die Skisprungschanze Garmisch, welche durch die jährlich stattfindenden Neujahrsspringen bekannt ist. Es ist schon eindrücklich, vor der immensen Steilheit zu stehen, und ich bin froh, liess mich der liebe Gott nicht als Skispringer auf die Welt kommen. Ein Dessert in der Gartenwirtschaft mit direktem Blick auf das seit 1921 bestehende Bauwerk muss natürlich sein. Danach satteln wir unsere Drahtesel wieder und radeln der Stadt entgegen, obwohl...

Garmisch Partenkirchen ist keine Stadt. Nein, es ist eine Gemeinde mit knapp 27000 Einwohnern, eine sogenannte "leistungsfähige, kreisangehörige Gemeinde" und Oberzentrum von Bayern. Da versteh einer diese Bayern...

Man glaubt es kaum, aber auch diese einfache, aber leistungsfähige Gemeinde beheimatet eine Fülle von Einkaufsmöglichkeiten. Meine Vorahnung bewahrheitet sich bald, und Susanne entschwindet immer wieder in einem der zahlreichen Läden. Ihr Vorschlag, ich könne ja in der Zwischenzeit ein Bierchen trinken gehen, ist zwar lieb gemeint, scheitert aber an der Tatsache, dass ich nach so viel Bier gar nicht mehr im Stande wäre, aufs Rad zu steigen. Aber ich mag ihr natürlich die Shoppingtour herzlich gönnen, man ist ja schliesslich nicht alle Tage in Garmisch-Partenkirchen.

Nach gefühlten Stunden des Alleinseins präsentiert mir Susanne stolz ihre neue Regenjacke aus dem Hause Jack Wolfskin, und ich bin angenehm überrascht vom günstigen Preis, denn bei uns hätte man deutlich mehr dafür bezahlt. Dies relativiert natürlich die ausgedehnte Shopping-Tour zum Guten, und nach einem feinen Eis machen wir uns auf den Rückweg zum Tennsee. Es geht alles bergauf und das Wetter hat sich entschieden, auf den Abend die hiesige Umgebung zünftig zu bewässern. Wir schaffen es, trocken nach Hause zu kommen, und es reicht tatsächlich noch für ein feines Grillznacht, unter einer malerischen Kulisse vom Karwendel im Abendrot, bevor es später zu regnen beginnt. Schatz, wäre es nicht an der Zeit, deine neue Regenjacke auszuprobieren und anstelle von mir das Geschirr abwaschen zu gehen? 


Tag 5: Ein fauler Tag

Fortsetzung folgt...

Kommentare: 2
  • #2

    Silvia (Mittwoch, 28 August 2019 21:09)

    Chönntisch ja mal es buech schriibe!
    Toll gschriebe.

  • #1

    Marianne (Mittwoch, 28 August 2019 20:17)

    War wieder spannend�